Sibil·las Lied in der Kathedrale

Weihnachten wird auf der Insel ganz anders gefeiert als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Die Geschenke bringen erst im Januar die heiligen Drei Könige und es gibt natürlich keinen Schnee. Und obwohl die Insel genauso katholisch ist wie Spanien, überlässt man gerade am Heiligabend die Hauptrolle einer heidnischen Figur – der Sibil.la.Sibil.las Lied wird in verschiedenen Kirchen der Insel gesungen, auch in der Kathedrale La Seu in Palma. Die geheimnisvolle Frau mit dem Schwert in der Hand war eine Prophetin des jüngsten Gerichts, die man mit dem Orakel von Delfi und den sibilinischen Büchen zusammen bringt. Sibil.la sollte auch die Ankunft Christis vorrausgesagt haben. Sibil.las Lied zu verstehen ist nicht die Frage der Sprachkentnisse, denn es erzählt von dem Ursprünglichsten der Mallorquiner. Man kann nur zuhören uns sich überwältigen lassen.
(Nachricht 17.11.2010)
Sibil.la´s Lied wurde von der UNESCO zum Schatz der Weltkultur erklärt. Genauso wie schon die Menschenpyramiden Castellers, Flamenco oder die meditarrane Diät, wurde die Tradition, die die mallorquinischen Weihnachtfeier prägt, als immaterielles Erbgut der Menschheit angesehen. ¡Enhorabona!
(Nachricht 19.11.2013)
Auch in Tarragona wird ab jetzt Sibil.la´s Lied aufgeführt. Die Tradition wurde 1545 durch das Konziel von Trient verboten und hat sich in der Zwischenzeit nur auf Mallorca erhalten. Seidem haben sich mehrere Städte im Mittelmeerraum der Tradition angeschlossen, jetzt auch Tarragona. Schön!

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