Norbert Schultze, Lili Marleen, Mallorca

Die letzten Jahre seines Lebens hat der Komponist Norbert Schultze (1911 – 2002) meistens auf Mallorca verbracht, in Portals Nous: mit seiner dritten Frau Brigitt Salvatori, seinem Piano und seinen Werken. Zu Ruhe hat er sich nie gesetzt. Grosser Bewunderer von dem mallorquinischen Kosmopoliten und Philosophen Ramon Llull, war er dabei, ein Stück über und für ihn zu komponieren. Lili Marleen, seine weltberühmte Musik zum Text von Heinz Leip, ist in 48 Sprachen übersetzt und interpretiert worden – un-glaub-lich! In 1980, Rainer Werner Fassbinder führte Regie in einem Lili Marleen-Film mit Giancarlo Giannini und Hanna Schygulla (natürlich). Und und und.

Wir hatten die Möglichkeit, Norbert Schultze zu Hause zu interviewen, ihn Lili Marleen spielen zu hören, ein langes Interview und ein schöner Nachmittag wurden es – ein Auszung davon teilen wir gerne mit Ihnen.

Der Originaltext von Lili Marleen, die Melodie braucht keine Vorstellung:

“Vor der Kaserne
Vor dem großen Tor
Stand eine Laterne
Und steht sie noch davor
So woll’n wir uns wieder seh’n
Bei der Laterne woll’n wir steh’n
Wie einst Lili Marleen.
Unsere beide Schatten
Sah’n wie einer aus
Daß wir so lieb uns hatten
Das sah man gleich daraus
Und alle Leute soll’n seh’n
Wenn wir bei der Laterne steh’n
Wie einst Lili Marleen.
Schon rief der Posten,
Sie blasen Zapfenstreich
Das kann drei Tage kosten
Kam’rad, ich komm sogleich
Da sagten wir auf Wiedersehen
Wie gerne wollt ich mit dir geh’n
Mit dir Lili Marleen.
Deine Schritte kennt sie,
Deinen schönen Gang
Alle Abend brennt sie,
Doch mich vergaß sie lang
Und sollte mir ein Leid gescheh’n
Wer wird bei der Laterne stehen
Mit dir Lili Marleen?
Aus dem stillen Raume,
Aus der Erde Grund
Hebt mich wie im Traume
Dein verliebter Mund
Wenn sich die späten Nebel drehn
Werd’ ich bei der Laterne steh’n
Wie einst Lili Marleen.”